"Als Gott die Sonne, die Erde, die Berge und die Meere schuf, und alles verteilte,   stellte er fest, dass von jedem ein bißchen übrig blieb. So sammelte er die 
Stückchen zusammen um ein Paradies daraus zu machen " .

Auf diese Weise wurde die Provence erschaffen!

 
Orange :

Orange ist keine besonders aufregende Stadt, aber sie ist der ideale Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen in die Provence. Sie besitzt  jedoch  einige interessante Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Römische Theater, das vermutlich um die Zeit zwischen  27 v. Chr. und  14 n. Chr. unter der Herrschaft des Kaisers Augustus gebaut wurde. Es bot über 10.000 Zuschauern Platz und noch heute kann man sich eine eindrucksvolle Vorstellung von dem halbkreisförmigen Theaterraum machen, mit einer 60 m breiten Bühne, in deren Mitte in einer Nische sich das Standbild des Kaisers Augustus befindet. Die heute aus beigem Sandstein bestehende Bühnenwand war einst mit Marmor verkleidet und mit Säulen und Statuen geschmückt. Sie besitzt drei Eingänge, der mittlere davon, die porta regia war dem Einzug des Kaisers vorbehalten. Das Amphitheater in Orange wird als das am besten erhaltene römische Theater der Welt angesehen.

Macht man einen Spaziergang durch die engen Altstadtgassen von Orange, wo sich die Kathedrale und das klassizistische Rathaus befindet, und die an das Theater angrenzt, bekommt man den Eindruck einer typisch provenzalischen Stadt. Kleine Plätze von Platanen umsäumt, die angenehmen Schatten spenden, und unter denen es sich vor den kleinen Bistros und Bars gemütlich sitzen lässt,  von wo aus man das lebendige Treiben  der Stadt beobachten kann. 

durch das Luberon :

Durch die Anregung eines Buches von Frederik Berger Die Provencalin haben wir auf einer unserer Reisen in die Provence nach den Spuren dieser bemerkenswerten Person gesucht. Die Geschichte spielt im heutigen Nationalpark Luberon im 16. Jh. zur Zeit der Religionskriege, in denen die Waldenser erbittert verfolgt und getötet wurden. So haben wir uns eines Tages auf den Weg gemacht um die Orte des damaligen Geschehens wieder zu entdecken. Wir fuhren auf der Departementale (D)950 nach Carpentras. Carpentras wurde von 1357 - 1379 mit einer Stadtmauer umgeben, die aber bis auf die zinnenbekrönte Porte Orange im 19. Jahrhundert wieder zerstört wurde. Ein wenig unterhalb der Porte Orange hat man einen herrlichen Blick auf die Dentelles de Montmirail und den Mont Ventoux. Heute gibt es anstelle der Stadtmauer den platanengesäumten Boulevardring. Die Stadt, die schon zu keltischen und römischen Zeiten ein bedeutender Handeltort war ,ist heute Umschlagplatz für Weintrauben, Kirschen und Erdbeeren. Im Zentrum der Stadt befindet sich die romanische Kathedrale St. - Siffrein, die zwischen 1404 und bis ins 17. Jahrhundert hinein erbaut wurde. An der Nordseite der Kirche befindet sich der römische Ehrenbogen, der aus dem 1. Jahrhundert stammt. Er zeigt eine Darstellung zweier Keltenkrieger, die an einen Trophäenbaum gekettet sind. Zu erwähnen sind noch das mächtige Palais de Justice (Gerichtsgebäude) im Stil des römischen Barock, das wir nicht von innen gesehen haben, sowie das Hôtel - Dieu aus dem 18. Jh. im Stil des klassisch, französischen Barock. Weiter geht's auf der D31 bis zu einer Kreuzung mit der N100 bis Isle-sur-la-Sorgue und nach Durchfahren des Ortes bleiben wir auf der N100 bis nach Courtellet, biegen dort ab auf die D2 und kurz danach links ab in Richtung Maubec und Oppéde-le-Vieux, unserem ersten Zielort. Die restaurierten Häuser aus dem Mittelalter und der Renaissance stehen zu Füßen der Kirche und der Burg von Raymond VI. von Toulouse, 1209 erbaut. Heute ist es eine beeindruckende, düstere Ruine. Sitz des Barons von Oppéde, Jean Maynier, der im 16. Jahrhundert ein erbitterter Kämpfer gegen die Waldenser war und sie tötete, wo immer er ihrer habhaft werden konnte. Wenige Kilometer östlich von Oppéde-le-Vieux treffen wir auf den Ort Ménerbes, der hoch oben auf einem Felsen thront. Der Ort leistete den katholischen Truppen während des Religionskrieges fünf Jahre lang erfolglosen Widerstand. Es ist ein altes, malerisches Dorf, mit engen, steilen Gassen, einer Kirche, Rathaus und Resten einer Befestigungsanlage. Vor allem aber hat man einen herrlichen Blick von dort über die mit Weingärten bedeckte Ebene von Cavaillon. Von Ménerbes aus fahren wir auf der schmalen Landstrasse über Lacoste und dann hoch zum malerischen Ort Bonnieux. Er liegt auf einer Anhöhe. Bonnieux ist eine der malerischen "villages perché". Vom höchsten Punkt der Ortschaft, einer Wehrkirche, überblickt man die bewaldeten Hänge des Luberon. Die nächste Station unserer Entdeckungsfahrt ist Lourmarin, das wir über die D943 erreichen. Die Strasse führt durch eine herrliche Berglandschaft und Lourmarin ist wunderhübsch darin eingebettet. Lourmarin hat ein sehr schönes Renaissanceschloss, das während der französischen Revolution zerstört wurde und von einem Industriellen fast stilgerecht wieder aufgebaut  und möbliert wurde. Auf dem Friedhof liegen Albert Camus (1913 - 1960) und Henri Bosco begraben, der lange Zeit Konservator des Schlosses war. Nächstes Ziel unserer Reise ist La Tour d'Aigues. Über die D 973 in Richtung Pertuis geht es dort hin. Kurz vor Pertuis biegen wir links ab auf die D119 und später D956 und erreichen wenig später den Ort. Die Hauptattraktion ist die alte Schlossruine. Einst prächtigstes Renaissanceschloss der Provence. Es war im 16. Jahrhundert das Schloss von Madeleine d' Agoult  ( die schöne Provenzalin) . Im 18. Jahrhundert brannte es nieder. Die Ruinen werden fortwährend restauriert, und der Innenhof mit Freilichtbühne dient im Sommer zu Aufführungen und Konzerten aller Art. Für das Eingangsportal stand der Triumphbogen von Orange Pate.

Aix-en-Provence :

Ein anderer Ausflug führte uns nach Aix-en-Provence. Entremont, 3km nördlich der Metropole selbst ist der Ursprungsort (Kelten) von Aix. Im Tal des um 123 v. Chr. zerstörten Oppidum durch die Römer, gab es warme und kalte Quellen, die den Gliedern der römischen Krieger Linderung versprachen. Der römische Statthalter Gaius Sextius Calvinus taufte die neu entstehende Siedlung Aqua Sextiae Salluviorum. Unseren Rundgang beginnen wir in der Avenue Victor Hugo, weil wir dort einen guten Parkplatz finden. Wir gehen von dort zur Rotonde, erbaut 1860 mit einem Brunnen im Stil des zweiten Kaiserreichs. Der Brunnen wird von drei Statuen gekrönt, eine für die Justiz (blickt Richtung Cour Mirabeau), eine für die Landwirtschaft (Blickrichtung Marseille) und eine für die schönen Künste (nach Avignon zu blickend). Auf seinem Rand liegen Löwenpaare und der hektische Verkehr donnert um ihn herum. Wir flanieren den Cour Mirabeau entlang, der überfüllt ist mit Touristen, aber trotzdem sehr reizvoll ist. Benannt ist diese Flanierstrasse nach dem Grafen Mirabeau (1749 - 1791), der 1789 als Deputierter in die Pariser Nationalversammlung ging. Er wurde 1649 angelegt und stellt die Verbindung zwischen dem Mazarin Viertel und der Altstadt her. Wir gehen ihn entlang und kommen zum ersten Brunnen, der Fontaine des Neuf Canons (1691), der folgende ist die Fontaine d'Eau Chaude (1734), auch der "bemooste Brunnen" genannt, er wird von einer Thermalquelle gespeist. Am anderen Ende des Cour Mirabeau befindet sich dann die Fontaine du Roi René (19. Jh.), ein Werk des Bildhauers David d'Angers. Die Statue zeigt den König mit einer Traube in der Hand : er war es, der die Muskatellertraube in der Provence einführte. Über die Passage Agaard gelangen wir zur Place de Verdun mit dem Palais de Justice (Justizpalast). Er wurde an der Stelle errichtet an der sich der Palast der Grafen der Provence befand. Im 16. Jh. beherbergte er das Parlament und wurde Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen, und durch den heutigen, nach den Plänen von Perchaud 1832 fertiggestellten, ersetzt. Dreimal wöchentlich findet auf dem Platz ein Floh- und Trödelmarkt statt. Gleich nebenan sehen wir die Eglise de la Madeleine, die im 17. Jh. erbaut wurde. Sie hat im Inneren zahlreiche Werke der sakralen Kunst u.a. einen Altar mit der Darstellung der Verkündigung (1444). Wir gehen über die Rue Montigny, die Rue Matheron und die Rue Curie zur Kathedrale St. Sauveur. Hier sind die Architekturstile vom 5. bis zum 17. Jh. vereint, römische Grundmauern, merowingisches Baptisterium, Kreuzgang aus dem 12. Jh., das berühmte Triptychon mit der Darstellung des brennenden Dornbuschs von Nicolas Froment (1476). Die Portalflügel stammen aus dem 16. Jh. Gegenüber der Kathedrale ist der Universitätsplatz. Dort befindet sich die alte juristische Fakultät, erbaut 1734 von George Vallon. Heute ist darin das Institut für politische Wissenschaften untergebracht. Auf unserem Weg zurück zu unserem Auto durchqueren wir die ganze Altstadt mit engen Gassen, noblen Geschäften und einem geschäftigen Treiben von Einheimischen und auch Touristen. Es ist ein Spaziergang der sehr interessant ist, uns zu gleicher Zeit die wunderschöne Stadt entdecken lässt.

Ausserdem ist natürlich Aix-en-Provence auch der Geburts- und Sterbeort von Paul Cézanne, einem der bekanntesten Maler Frankreichs. Er wurde 1839 in der Rue de l'Opera geboren. Außer seinem Jurastudium, das er abbricht, besucht er die städtische Zeichenschule von 1858 bis 1859. 1860 erhält er dort für eine gemalte Personenstudie den 2. Preis. Er beschließt Maler zu werden. Im Herbst 1866 schafft Cézanne eine ganze Serie von Bildern mit dem Malmesser (Stilleben, Porträts). 1886 heiratet er Hortense Figuet, die er an der Académie Suisse 1869 kennengelernt hat. 1872 wird sein Sohn Paul geboren. Seine berühmtesten Gemälde sind u. a. : das Sainte Victoire Gebirge, Gardanne, die Bucht von Marseille von l'Estaque aus, der Musenkuss, Badende, Stilleben mit Zuckerdose, Birnen und blauer Tasse, Frauenakt mit Spiegel, Bildnis Madame Cézanne, die Apotheose Delacroix's, Selbstbildnis mit Staffelei und viele Landschaftsbilder aus der Umgebung. Paul Cézanne schreibt 1906 an seinen Sohn :

                  "Ich ziehe jeden Tag in die Landschaft hinaus,            
                       die Motive sind schön und ich verbringe so meine Tage in                   angenehmerer Weise, als irgendwo sonst
".     

Cézanne stirbt am 23. Oktober 1906 in Aix in seiner Wohnung in der Rue                    Boulegon. Vom Fremden- Verkehrsamt aus kann man nach  Metallplaketten mit    seinen Namen darauf seinen Spuren folgen .

                      
Marseille :

An einem anderen Tag unseres Urlaubs beschlossen wir Marseille zu besuchen und zu entdecken. Marseille hat 800.000 Einwohner und ist somit die drittgrößte Stadt Frankreichs. Aber auch die älteste. Gründungsdatum 600 v.Chr. Wir nehmen diesmal die Autoroute 7, die uns von Orange aus schnell direkt nach Marseille bringt. Sie geht nahtlos über in den Quai de la Juliette, den Quai de la Tourette an der Kathedrale La Major vorbei und am Fort St. Jean, in die Promenade Brauquier und den Quai du Port. Wir sind direkt am Alten Hafen. Dort finden wir mühelos linkerhand in einer Parallelstrasse ein Parkhaus, in dem man zu einem vernünftigen Preis das Auto abstellen kann. Wir gehen zurück zum Quai du Port. Immer am Hafenbecken entlang passieren wir das Rathaus und haben dabei stets einen herrlichen Ausblick zur Kirche Notre-Dame -de-la Garde. Wir erreichen den Quai des Belges und stoßen da auf die Kirche St.- Ferréol mit schöner, barocker Fassade. Über die Rue Bir-Hakeim kommen wir zum Centre Bourse/Musée d'Histoire von Marseille, und den Jardin des Vestiges mit Ausgrabungen (1963) von Hafenbefestigungen und Kaimauern aus griechischer und römischer Zeit. Über den Cour Belsunce gelangen wir zur Cannebière, gesäumt von Banken, Kaufhäusern, Kinos und Schnellrestaurants, die ihren Namen den einst an dieser Stelle gepflanzten Hanffeldern verdankt. Auf ihr gehen wir am Place General de Gaulle vorbei, mit hübschem, altem Pferdekarussell, und kommen nun wieder zum Quai des Belges zurück. Von hier aus gehen die Ausflugsboote zum Chateau d'If ab. Es wurde auf Veranlassung von Francois I. 1516 -1531 gebaut. Berühmt wurde es durch  Alexandre Dumas "Der Graf von Monte Christo". Der Graf von Mirabeau, sowie Protestanten und Kommunarden waren um 1870 in den zugigen Zellen eingekerkert. Am schönsten ist der Blick von hier auf das hochhausbestandene Marseille, umschlossen von der Chaîne de l'Estaque, der Chaîne de l'Etoile, des Montagnes de St. Cyr und de Marseilleveyre. Wir umrunden weiter das Hafenbecken auf dem Quai de Rive Neuf und haben von dort wie auf unserem ganzen Weg einen herrlichen Blick auf den alten Hafen, der mit Segelyachten aller Art und aller Nationalitäten angefüllt ist. Ehe wir am Nachmittag zu unserem Parkhaus zurückkehren, bummeln wir noch durch die Gassen und Strassen rund um den Hafen. Eine wunderschöne Besichtigungstour ist zu Ende.

Camargue :

Was wäre ein Urlaub in der Provence ohne Tour in die Camargue. Südlich von Arles beginnt sie im Mündungsdelta der Rhone. Das Wort Camargue hat seinen Ursprung im indogermanischen und bedeutet Insel. Und die Camargue liegt tatsächlich wie eine Insel zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhone, der Petit Rhone und der Grand Rhone. Ein großer Teil ist Naturschutzgebiet, man sieht sie jedoch die Wildpferde und die Rinderherden. Wir fahren von Orange kommend über Arles und dann auf einer Nebenstrasse an kleinen Orten vorbei durch eine wunderschöne Landschaft nach Les- Stes. - Maries- de - la -mer. Auf dem Weg dorthin fahren wir immer wieder an den sogenannten Mas vorbei, Hotels im Haziendastil, in denen man weiße Camargue - Pferde mieten kann und unter Führung eines Gardien die Sumpflandschaft erkunden kann : Promenade à cheval. Visitez les toros! Die Camargue ist ein widersprüchliches Land : geformt von Menschenhand um Salz zu gewinnen und Reis anzubauen; durch seine wilden und geschützten Flächen ist sie aber auch eine Kulturlandschaft, bewahrt durch die schönen Leidenschaften und zahlreicher Talente. Schriftsteller wie Frédéric Mistral, der große Meister der provenzalischen Literatur und auch große Maler haben hier Halt gemacht wie Vincent Van Gogh, der 1888 in Arles ankam ,um wie er sagte der grauen Nebellandschaft des Nordens zu entkommen. Außer 40 km unberührter Küstenlandschaft ist der größte Teil der Camargue jedoch unzugänglich. In Stes. Maries angekommen, stellen wir unser Fahrzeug in der Nähe des Yachthafens ab und machen uns auf um die kleine Stadt zu erkunden. Wir durchqueren zuerst das Viertel das sich am Strand entlang erstreckt wo sich hauptsächlich für die Touristen ein Restaurant an das andere reiht. Dann gehen wir auf die Kirche zu, die eine Wehrkirche ist. Stes. Maries wird im 4. Jh. v. Chr. zum erstenmal erwähnt, als Oppidum Râ. Damals lag das Oppidum auf einer Insel zwischen den beiden Rhonearmen und im Jahre 40 soll die Heiligengruppe aus Palästina dort gelandet sein. Durch Jahrhunderte hindurch den Angriffen verschiedener Völkerstämmen ausgesetzt, bauten die Bewohner an der Stelle eines früheren Oratoriums vom 9. bis zum 14. Jh. an ihrer trutzigen, sandsteingelben Wehrkirche. Sie gehörte zu den schönsten Sakralbauten der Provence. Mauern, hochaufragend, fensterlos, eine Apsis die sich zu einem Donjon emportürmt und eine Hochkapelle (Reliquienaufbewahrung der beiden Marien). Um das mit Steinplatten gedeckte Dach herum läuft ein Wehrgang mit Zinnen. Der Blick von dort oben geht hinunter zum Yachthafen und in die belebten Gassen um die Kirche herum. Jedes Jahr am 24. und am 25. Mai findet in Stes.-Maries-de-la-mer die Wallfahrt der Zigeuner statt, dann geht es dort zu wie in einem Ameisenhaufen.

zur alten Brücke

Unser Ausflug führt uns zurück in Richtung Arles auf der D570, in Arles biegen wir auf die D35 ab und von dort nach etwa 2km zweigt eine kleine Nebenstrasse ab mit einem kaum sichtbaren Schild, das anzeigt, dass es hier zu der alten Brücke geht, die einst Vincent Van Gogh malte. Als wir dort ankommen herrscht eine Stille und irgendwie hat man das Gefühl von Einsamkeit. Nur ein einzelner Angler sitzt ein wenig flussaufwärts, unbeweglich. Eine Idylle die uns sehr beeindruckt. Wir  verweilen ein wenig und setzen dann unseren Weg fort, zurück nach Arles wo wir das grandiose Amphitheater, genannt Arènes und das darum herum liegende alte Stadtviertel besichtigen. Es steht auf der höchsten Stelle der Stadt. In Arles hatten im 6.Jh. v. Chr. die Griechen und die keltoligurischen Salier die Handelsniederlassung und das Oppidum Arelate (Stadt neben den Sümpfen) errichtet. Heute hat die Stadt um die 51 000 Einwohner und lebt vom Reishandel und landwirtschaftlichen Produkten der Umgebung. Zurück geht's wieder auf die D570 Richtung Norden, und kurz nach dem Ausgang aus der Stadt biegen wir rechts ab nach Abb und von dort weiter auf der D11 nach Fontvieille. Im Chateau Montauban wohnte der Dichter Daudet. Ganz in der Nähe finden wir eine alte Mühle, die "Moulin de Daudet". Nach der Legende lebte der Dichter längere Zeit dort und schrieb angeblich in ihr viele seiner Romane.

Vaison-la-Romaine und Mont Ventoux :

Einer unserer Ausflüge führt uns nach Vaison-la-Romaine und zum Mont Ventoux, den heiligen Berg der Provenzalen. Wir fahren von Orange auf der D975, einer Nebenstrasse, über Camaret-sur-Aigues, Travaillan, und Rasteau nach Vaison-la-Romaine am Fluss Ouvèze, der 1992 im Laufe eines Unwetters in kurzer Zeit so gewaltig anschwoll und eine Siedlung am Stadtrand zerstörte, ja sogar Tote forderte. Als wir da waren, sahen wir den Fluss als winziges Bächlein, kaum zu fassen was damals geschah. Es gibt eine Ville Haute (mittelalterliche Oberstadt), mit malerischen, engen Gassen und über ihr auf einem Felsen die im 12. Jh. errichtete Burg Raymond  von Toulouse. Über eine Steinbrücke aus der Römerzeit gelangt man über die Ouvèze in die untere Stadt, mit einem weitläufigen Ruinenfeld der antiken Stadt. Man nimmt an, dass in dieser Stadt römische Pensionäre ihren Lebensabend verbrachten. Die Ausgrabungen zeigen Reste von Villenanlagen, eine "basilika" (Markt und Gerichtshalle), drei Bäder und Reste eines römischen Theaters. schon im 2. Jh. vor Chr. erhielt Vasio Vocontiorum weitgehendste Selbstständigkeit. Die romanische Kathedrale Notre-Dame-de-Nazareth wurde ab dem 13. und 14. Jahrh. dem Verfall überlassen, da die Bürger sich der Sicherheit wegen in die befestigte Oberstadt zurück zogen. Der Altar der Kirche in der Hauptapsis stammt wahrscheinlich aus der Erbauungszeit, der weiße Marmoraltar in der Seitenapsis aus dem 10. Jahrh. und der Bischofsthron aus dem 11. Jahrh. Es gibt auch einen Kreuzgang mit schönem Kapitellschmuck. Ein immer noch sehr schönes Bauwerk, das die Besichtigung lohnt.

Weiter geht's auf der D938 nach Malaucène. Wir umrunden das kleine Städtchen auf einer Platanenallee, besichtigen aber zuvor das Stadtzentrum mit einem schönen Brunnen, einem Waschhaus und einer Wehrkirche aus dem 14. Jahrh. Von Malaucène aus führt die D974 in Serpentinen hoch zum Mont Ventoux. Die Strasse hat ganz phantastische Aussichtspunkte und geht am Anfang meist durch Waldgebiet. Am Gipfel des Berges (1909 m), der kahl ist und über den der Wind bläst, finden wir ein Hotel vor, eine Radar- und Wetterstation, sowie einen Fernsehturm und die moderne Kapelle St.-Croix. Die Aussicht von hier oben ist, klares Wetter vorausgesetzt, und das hatten wir glücklicherweise, einfach atemberaubend. Im Norden die Alpen, im Süden reicht der Blick bis fast ans Meer. Noch heute führt die Tour de France über diesen Gipfel, eine Tortur! Über den Col de Têmpetes (Unwetterpass), 1829 m hoch, gelangen wir zu einer Weggabelung und fahren auf der D974 über Bedoin unterhalb von Malaucène auf die D938 und auf ihr nach Carpentras und auf der Departementale 950 wieder zurück nach Orange.

Fontaine-de-Vaucluse und Gordes :

Auf unserem Weg ins Languedoc besuchen wir noch die Fontaine-de-Vaucluse. Dazu nehmen wir wieder  den Weg nach Carpentras und fahren von dort auf der D938 in Richtung Pernes-les-Fontaines und Isle-sur-la-Sorgue. Vor dem kleinen Ort Fontaine-de-Vaucluse parken wir unser Auto und laufen auf einem bequemen und wunderschönen Weg (Chemin de la Fontaine) zur Quelle des Flusses Sorgue. Zunächst an Andenkenläden und Straßencafés vorbei. Dann führt der Weg unterhalb einer Burgruine immer an dem Fluss Sorgue entlang, in dem sich Wasserpflanzen wie dunkelgrünes Haar in der Strömung schlängeln. Am Ende des Tales (lat. vallis clausa), überragt eine steile Felswand die Quelle des Flusses Sorgue. Es ist übrigens die größte Quelle Europas. 308 m tief liegt der Quellenboden. Wir besuchen auf dem Rückweg noch eine Papiermühle, wo Papier noch nach der alten Schöpfmethode hergestellt wird. Es war ein lohnender, interessanter und wunderschöner Ausflug.

Wieder zurück am Auto fahren wir über schmale Nebenstrassen nach Lagnes und Cabrières-d'Avignon hoch nach Gordes. Dieses Städtchen scheint am Felsen zu kleben, der über dem Tal der Coulon aufragt. Das Renaissanceschloss ließ Bertrand de Simiane 1525 samt einer mittelalterlichen Burg der Herren von Agoult bauen. Es ist ein pittoreskes Felsennest mit winkeligen Gassen und herrlichen Ausblicken auf die umgebende Landschaft. Auf dem Rückweg besuchen wir noch das Village des Bories, Rundbauten errichtet aus Steinen ohne Verwendung von Mörtel, die sich oben zu einer Kuppel schließen. Sie datieren aus dem 16. - 19. Jahrhundert. Es handelt sich hierbei um eine früher von Gordes abhängige Agrarsiedlung.

Roussillon :
Weiter geht's auf der D2, und nach etwa 5km biegen wir rechts ab zur Ockerstadt Roussillon. Die Häuser des malerischen, kleines Ortes sind in allen Ockerfarbtönen gestrichen, denn die nahegelegenen Ockerbrüche dienten sowohl den früheren Höhlenbewohnern zum Bemalen ihrer Behausungen, als auch den Bewohnern von Roussillon als Anstrich für ihre Häuser. Wir machen einen >Ockerspaziergang< (sentier des ocres) zu den im Tagebau betriebenen Ockerbrüchen. Ein grandioser Anblick der Ockerfelsen in allen Farbtönen. Nachdem wir noch zum Glockenturm mit Kirche hochgestiegen sind, was der höchste Punkt des Ortes ist und einen herrlichen Rundblick gestattet, machen wir uns auf den Weg in Richtung Avignon, der ersten Etappe unserer Reise ins Languedoc
Avignon :

Avignon liegt an der Grenze zum Languedoc und am nächsten Morgen machen wir uns auf die Stadt zu entdecken. Schon in den Zeiten des Neolithiums siedelten Menschen am Felsen (Rocher de Dom). Auch die Römer ließen sich in >Avenio< nieder. Im 12. Jahrhundert erkämpfte sich die Stadt die Freiheit von den feudalen Herren, aber Karl von Anjou schaffte sie im Jahre 1251 wieder ab. 1791 fiel Avignon an Frankreich. Heute hat die lebendige Hauptstadt des Departements Vaucluse ca. 90 000 Einwohner. Eine beeindruckende Stadtmauer umgibt den Ort mit vielen Toren und die Rhone sucht sich ihren Weg an der Stadt vorbei. Wir beginnen unseren Rundgang beim Papstpalast  am Place du Palais. Die Innenräume des Palastes haben wir nicht besichtigt. Der 50 m hohe Tour de la Campane an der linken Ecke, gehört zum >Alten Palast<, erbaut von Pierre Poisson unter Papst Benedikt XII. Die Gebäude umschließen einen trapezförmigen Innenhof. Der >Neue Palast< wurde zum größten Teil von Jean de Louvre unter Papst Clemens VI. errichtet. Durch die Revolution, nach der der Palast in ein Gefängnis umgewandelt wurde, fiel zwar vieles der Zerstörungswut zum Opfer, aber immer noch lässt er den Luxus der Diener Gottes erahnen. Wir gehen weiter zur romanischen Kathedrale Notre-Dame-des-Doms aus dem 12. Jahrh. mit kannelierten Säulen und korinthischen Kapitellen. Das Innere der Kirche im harmonischen Barock- Stil verdient Beachtung durch seinen ,aus Italien stammenden Bischofsthron (12. Jahrh.) und den Evangelistensymbolen, Stier für Lukas und Löwe für Markus. Ausserdem das Grabmal von Papst Johannes dem XXII. im Flamboyantstil. Anschließend steigen wir zum Rocher des Doms empor mit seinen Aussichtsterrassen, von denen aus man jenseits der Rhone Villeneuve erblickt, die Pont St.-Bénézet, die Brücke, die durch das Kinderlied >Sur le pont d'Avignon...< weltberühmt wurde. Sie wurde im 13. Jahrh. erbaut und hatte einst 22 Pfeiler und eine Länge von 915 Metern. Nach der Legende habe der Hirtenjunge Bénézet den Befehl des Herrn erhalten diese Brücke zu bauen, und mit Hilfe von allerlei Wundern ist es ihm auch gelungen. Es sind aber auch noch andere Legenden im Umlauf. Blickt man nach Süden, erkennt man den Lauf der Durance von der Terrasse aus und im Norden, kann man Chateauneuf-du-Pape sehen. Ein Spaziergang um den Papstpalast herum geht über die teilweise in Fels gehauene Rue Peyrollerie, die Strasse der Kesselflicker und die Strasse der Weidenkorbflechter (Rue de la Banasterie), mit einem schönen, barocken Stadtpalais und weiter zur Chapelle des Pénitents Noirs aus dem 18. Jahrh. Sie ist die einzige erhaltene Kapelle der >pénitents<, der von Laien gebildeten Büßerkongregationen aus Avignon, die für die Frömmigkeit der vergangenen Jahrhunderte stand. Am Place de l'Horloge befindet sich das Theater von Avignon und das Rathaus. Die kleinen Gassen und Strassen sind mit Souvenirläden, Imbissstuben und anderen Geschäften, dem Tourismus dienend gesäumt und es herrscht rege Betriebsamkeit, was kein Wunder ist. Avignon ist eine Reise wert.

Les Baux :

Unser nächstes Ziel ist Montpellier. Um dorthin zu gelangen benutzen wir jedoch nicht die >autoroute 9< , sondern wir machen einen Abstecher nach Les Baux. Wir verlassen Avignon auf der N570 und biegen nach kurzer Zeit auf die D571 ab Richtung St.-Remy  -de-Provence. Hier wurde 1503 der Mathematiker und Astrologe Nostradamus geboren. Wir fahren durch die Ortsmitte und sehen das Hôtel de Sade, ein Renaissancegebäude aus dem 15./16. Jahrh., sowie die Kirche St.-Martin mit einer Säulenfassade. Dann erreichen wir über die Avenue Pasteur und die Avenue Vincent van Gogh die D5 Richtung Les Baux. Wir fahren die kurvenreiche D5 hoch und sehen kurz darauf den Ort mit der Burg auf einem Kalksteinplateau vor uns aufragen. Wir haben Glück und ergattern einen Parkplatz. Sogleich begeben wir uns in die Neustadt mit engen Gassen und malerischen Häusern, die zum Teil noch aus der Renaissance stammen. Es gibt hier natürlich eine Menge Touristen und es werden zahlreiche provenzalische Spezialitäten angeboten. Auf dem Place St.-Vincent befindet sich die Kirche gleichen Namens aus dem 12. Jahrh., in der jedes Jahr zu Weihnachten die Mitternachtsmesse der Schäfer stattfindet. Ihr gegenüber steht die Chapelle des Pénitents Blanc aus dem 17. Jahrh. Wir besuchen nun die Ville Morte, die Oberstadt gegen Eintrittsgebühr. Auf dem Felsplateau 900 m lang und 200 m breit, einem Ausläufer der Alpilles (kleine Alpen) wohnten schon in vorkeltischer Zeit Menschen. Seigneur Pons I. und seine Frau Blismonde haben den Felsen im 10. Jahrh. gekauft und Hugo des Baux baute zum größten Teil diese mächtige Burg, die auf der Spitze des Felsens thront. 1426 starben die Seigneurs des Baux aus. 1528 kamen Burg und Stadt an den Feldherrn Anne de Montmorency. 1632 ließ Richelieu das >Ketzernest< niederbrennen. Heute ist Schloss Les Baux in Besitz des Fürstenhauses Grimaldi von Monaco. Wir betreten nach Entrichten unseres Obolus die Oberstadt durch das Hôtel - de-la-Tour-de-Brau (14. Jahrh.) durch das der Weg zum Chateau führt. Er schlängelt sich hoch, um den Felsen herum und wir gelangen zum Sarazenenturm, der am Beginn des Burgplateaus aufragt. Die Burg ist stark verfallen und die Kapelle St.-Cathérine sowie der Burgfried aus dem 13. Jahrh. hängen schwindelerregend an dem steilen Felsabsturz. Von den zwei höchsten Aussichtspunkten, dem Monument Charloun Rieu und den Ruinen der alten Burg sieht man bei klarem Wetter bis zum Mittelmeer. Tief ausgemeißelte Treppen führen in die Höhe. Man trifft auf Turnierhöfe, den Grafensaal mit Altan und gewölbten, romanischen Säulenfenstern. Dann der Frauensaal, die Kemenate in dem einst die Minnelieder erklangen. Diese gewaltige Ruine mit zum Teil erhaltener Felsenstadt gibt eine Vorstellung von der einst übermächtigen und zugleich wunderschönen Befestigung. Im Vallon de la Fontaine, zu Füßen der Felsenstadt liegen neben dem aus der Renaissance stammenden Pavillon der Königin Jeanne einige der schönsten Nobelhotels der Provence. 

 Über Maussane - les-Alpilles, und Fontvieille fahren wir nach Arles und von dort auf der N572 nach St. Gilles, Vauvert  zur A9, auf der wir nach Montpellier, der Hauptstadt des Departement Languedoc-Roussillon gelangen.

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