Und es stimmt, Paris ist traumhaft.

Wenn man, so wie wir in einem zwar sehr kleinem, aber typisch französischem Hotel wohnt, das in einer schmalen Seitengasse, ganz in der Nähe des Place de la Bastille liegt, so hat man einen idealen Ausgangspunkt für sämtliche Besichtigungstouren in Paris. Man kann, wenn  man die rue de Lyon entlang geht, die Bastillesäule  ( sie wurde 1830 errichtet zur Erinnerung an die Opfer der Juli - Revolution) schon von weitem  sehen, auch die Opera .

Eine schöne Tour ist auch zum Place de Vosges. Es ist einer der schönsten Plätze von Paris . Er beeindruckt vor allem durch die Einheitlichkeit der 38  ehemaligen Adelsresidenzen, die ihn in einem Quadrat umgeben. Der Platz entstand zwischen 1605 und 1612.Für Literaturfreunde empfiehlt sich der Besuch des Victor-Hugo-Museums im einstigen Wohnhaus des Schriftstellers ( Hs.Nr.6 ). Hier befindet  man sich mitten im Stadtviertel Marais. Das Viertel ist alt, schön, nobel und sehr sehenswert. Im 17. Jahrhundert wohnten hier reiche Adlige in ihren Stadtpalästen. Höhepunkte im Marais sind das jüdische Viertel (Rue des Rosiers ) mit seinen Geschäften u.a. der Couturier Gaultier u. das bekannte Café -u. Delikatessengeschäft Goldenberg, sowie das Musée Picasso . Von hier aus kann man in Richtung Île de Cité , über die Pont Marie zum Place de Notre Dame gehen.

Die Kirche Nôtre - Dame  ist ein Meisterwerk der Gotik. Hier kann man sagen : hätten die Pfeiler der Kathedrale eine Stimme, würden sie die Geschichte Frankreichs erzählen. Alle großen französischen Hochzeiten, Siege und Begräbnisse wurden von der  "Großen Glocke" der ehrwürdigen  Kirche eingeläutet. Mystisch - buntes Licht taucht ihr Inneres seit Jahrhunderten in geheimnisvolle Dämmerung. Der Baubeginn war 1163, Fertigstellung Mitte des 14. Jahrhunderts. Der Aufstieg auf den 68 Meter hohen Turm lohnt sich, weil man von hier die interessanten Wasserspeier und das ganze Bauwerk sieht, aber auch wegen des Blicks auf die Seine-Inseln und auf die Dächer von Paris. Victor Hugo hat mit seinem Bestseller " Der Glöckner von Notre Dame "  die Kathedrale weltberühmt gemacht. 

Man sollte auch unbedingt einen Besuch in den traumhaft schönen Jardin du Luxembourg einplanen. Das kleine Schloss rechterhand des Wasserbeckens im Park wirkt italienisch. Maria de Médici , die Witwe von Henri IV. ließ es Anfang des 17. Jahrhundert nach toskanischen Vorbildern bauen. Hier lässt sich trefflich von einer Parkbank unter alten Kastanien die gemischte Gartenarchitektur aus französischer Klassik und englischem Stil ,oder einfach das Spiel der Kinder mit ihren Segelbooten am großen rechteckigen Wasserbecken genießen.

Übrigens, man muss nicht alle Ausflüge zu Fuß unternehmen. Man kann in Paris jede Sehenswürdigkeit direkt mit der Metro anfahren. Apropos Metro. Die Metro ist heuer 100 Jahre alt. Sie ist ein fester Bestandteil des Kulturerbes von Paris. Die Eingänge zu den Metrobahnhöfen, wurden von dem Architekten Hector Guimard im Deco Kunststil entworfen, und sie sind seit 1978 sogar in das Kulturerbe der historischen Denkmäler eingestuft. Die erste Linie, die Linie Nr. 1, die die Porte de Vincennes mit der Porte Maillot verbindet,  wurde im Juli 1900 fertiggestellt. Heute gibt es 16 Linien, 297 Bahnhöfe und 211 km Schienen.  

Die Champs - Elysée und ihre vielen Sehenswürdigkeiten sollten in einem Besichtigungsprogramm  auch nicht fehlen.. Wir sind vom Gare de Lyon mit der Metro Nr. 1 bis zur Station Champs-Elysées- Clemenceau gefahren. von hier aus hat man einen tollen Blick die Champs-Elysées entlang zum Arc de Triomphe.  Die Champs-Elysées war einst der Triumphweg der Kaiser und Könige . Die fast 2 Km lange Avenue ließ einst Ludwig XIV. anlegen. Auf der einen Seite dieser großen Verkehrsader von Paris befindet sich der Elysée Palast. In der anderen Richtung die Pont Alexandre III. Diese prachtvolle Brücke mit schön verschnörkelten Kandelabern ist die breiteste von Paris. Sie gilt  auch als die schönste. Für uns gehört sie zu einer der schönsten Brücken die wir je gesehen haben .Wir waren erstaunt von der Pracht der einzelnen Figuren und Kandelabern , die in der Sonne nur so funkelten und gleißten. Sie verbindet die Esplanade des Invalides auf der linken Seite der Seine mittels eines fast 108 Meter langen Bogens mit dem Petit und Grand Palais auf der rechten Seite. Sie wurde im Jahre 1900 zur damaligen Weltausstellung eingeweiht. Ihren Namen verdankt sie dem russischen Zaren, mit dem Frankreich seinerzeit verbündet war.

Von hier aus kann man , immer der Seine entlang zum Place de la Concorde gehen. Es ist ein königlicher Platz, der als einer der besonders schönen der Welt gilt. Unter Ludwig XV. angelegt, seither Schauplatz historischer Ereignisse. Auf dem " Platz der Revolution" wurden  Ludwig XVI. und mit ihm über 1000 Menschen hingerichtet. Später wurde in der Mitte des Platzes der Obelisk von Luxor aufgestellt. Er ist 23m hoch, wiegt 230 Tonnen und ist 3.200 Jahre alt. Er ist ein Geschenk des ägyptischen Vizekönigs Mohammed Ali an Charles X. ,und stammt aus den Tempelruinen von Theben. 

Vom Place de la Concorde aus geht man dann weiter zu den Tuilerien. Die betritt man durch ein schmiedeeisernes, vergoldetes Tor. Es ist ein Platz mit alten dunklen Kastanien und sehr vielen hellen Statuen. Von dem Wasserbecken in der Hauptallee hat man einen schönen Blick auf den Obelisk vom Concordeplatz und auf den Triumphbogen. In dem Tuilerien -Schloss hat  Marie-Antoinette die letzten Wochen vor ihrer Festnahme verbracht.

Gleich anschließend gelangt man zum Louvre mit der tollen Glaspyramide, die der Eingang des Museums ist. Es ist ein grandioser Anblick. Man sollte sich aber für den Louvre mindestens einen Tag Zeit nehmen.  Vom Louvre aus kann man dann am Palais Royal vorbei ,entlang der Avenue de l'Opera zur Oper gehen. Aber meistens ist immer irgendeine Seite der Oper eingerüstet, weil sie saniert wird. Von der Oper aus kann man dann in die Galerie Lafayette einkaufen gehen , oder im Cafe de la Paix gemütlich (und etwas teuer) Espresso trinken.  Wir sind von hier aus dann weiter zum Place Vendôme gegangen . Er wird in allen Reisebüchern als sehr prachtvoll bezeichnet. Wir waren eigentlich sehr enttäuscht, denn es ist ein trister, vollständig gepflasterter Platz, ohne jeglichen Baum oder Blumen. In der Mitte steht die 44m hohe Vendômesäule, die Napoleon aufstellen ließ, die natürlich seine Siege verherrlicht. Der Kaiser selbst, steht obenauf. Der Platz wird gesäumt von : dem Justizministerium , dem Luxushotel Ritz, und einigen Juweliergeschäften. 

Natürlich ist ein Ausflug zum  Montmartre und zur Sacre Coeur ein Muss. Wir sind mit der Metro bis zur Station " Anvers" gefahren und dann hoch zur Butte de Montmartre   ( das alte Dorf ) und der Sacre Coeur  gestiegen , es sind 237 Stufen. Aber es lohnt sich, denn man hat von hier einen schönen Blick über die Dächer von Paris. Und hier auf dem Hügel haben  Toulouse-Lautrec, Utrillo , Renoir, Picasso, Salvatore Dali, und viele andere Maler um die Jahrhundertwende gearbeitet. Heute sitzen auf der Place du Tertre teils recht aufdringliche Sonntagsmaler unter der strahlend weißen Kirche  Sacre - Coeur . Sie wurde 1910 in romanisch - byzantinischem Stil vollendet. Neben der schönen, neuen Sacre - Coeur steht die kleine, alte und wunderschöne Kirche St. Pierre - de - Montmartre . Sie ist auf den Ruinen eines römischen Tempels erbaut und es lohnt sich einen Blick in den Innenraum zu werfen. Sie hat auch sehr schöne alte Bunt-Glasfenster . Oben auf der Butte befindet sich auch der einzige Weinberg von Paris .Wenn man dann auf der anderen Seite des Hügels hinuntersteigt und den Boulevard Barbés überquert, kommt man in das arabische und afrikanische Viertel der Stadt. Hier sind die Straßen nach den arabischen oder afrikanischen Herkunftsorten oder nach den jeweiligen Märkten, die sich in den Gassen befinden, benannt. Hier herrscht ein buntes Treiben. Man fühlt sich richtig nach Afrika versetzt. Es ist ein interessantes Erlebnis. 

Und nun zum wichtigsten Wahrzeichen von Paris : dem Eiffelturm !  Wir fahren zuerst mit der Metro zum Invalidendom . Es ist ein sehr imposantes Bauwerk. Ludwig der XIV. ließ dieses riesige Bauwerk errichten um Kriegsinvaliden zu beherbergen. Der Dom gilt als Meisterwerk barocker Baukunst. Der Grundriss des Bauwerks zeigt in der Nachfolge den Entwurf  Michelangelos für den Petersdom in Rom. In der Mitte der Krypta steht der aus rotem Porphyr gefertigter Sarkophag Napoleons. Von hier aus gehen wir dann in Richtung Ecole Militaire und weiter zum Eiffelturm. Den ganzen Weg entlang, haben wir die tolle Konstruktion des Eiffelturms immer im Blickfeld. Der geniale Ingenieur Gustave Eiffel wurde , als der Turm nach 2jähriger Bauzeit ,am 6.Mai 1889 eingeweiht wurde, fürchterlich gescholten, als er mit dem nackten Turm ( damals der höchste der Welt ) das Pariser Stadtbild angeblich verschandelte. Wenig später konnte man sich Paris ohne dieses Wahrzeichen nicht mehr vorstellen. Der Turm ist 307m hoch und es wurden 7.175 Tonnen Eisen dafür verbaut.

Schön ist es auch durch die kleinen Gassen des Quartier Latin zu streifen. Wenn man den Boulevard Michel , der von den Franzosen " Boul Mich" genannt wird , entlang geht, kommt man genau zur Sorbonne, der Uni von Paris. Es ist ein Riesenkomplex. Hier hat 1257 Robert de Sorbon , Sorbon , der Hofkaplan von St. Louis ein Kolleg gegründet, das bedürftigen Theologiestudenten Unterkunft und Ausbildung bot. Sie ist heute die größte Universität Frankreichs. Das Quartier Latin ist geprägt von Studenten, Cafés, Kneipen, Kinos und Buchläden. Geht man die Straße weiter hinauf so kommt man direkt an das Panthéon . Der Kuppelbau (die Kuppel allein wiegt 10.000 Tonnen ) steht auf der höchsten Erhebung des linken Seine-Ufers (60m) und ist der Ruhmestempel der Franzosen. Hier liegen etwas 60 Franzosen begraben. Unter ihnen J. J. Rousseau, Voltaire, der Architekt Soufflot, Victor Hugo, Emile Zola usw. Auf der linken Seite des Panthéon ist die Kirche St. Etienne -du- Mont. Wenn man dann weiter hinunter zur Seine geht, durch kleine Gässchen mit vielen Kneipen, dann sieht man wieder vor sich Notre Dame. Man kann dann an den Bilder- und Bücherständen am Seine-Ufer entlang zum Place de Nôtre Dame gehen.

Man könnte noch wahnsinnig viele schöne und interessante Plätze aufzählen , z.B. :    L' Arche de la Défense, Défense, das neueste Wahrzeichen von Paris (es ist 100m hoch), oder Pont Neuf , oder Versailles - Schloss und Park oder die Kirche Saint- Germain- des - Prés , oder die beiden Friedhöfe Cimetiére de Montmartre und Cimetiére de Montparnasse in denen die Gräber Heinrich Heines, Stendhal, Utrillo, Degas, Jacques Offenbach, Sacha Guitry u.s.w., liegen. Aber irgendwo muss man dann einfach mal einen Schluss- Strich ziehen .


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